Top-Personalberatung auch in den Zeiten von 4.0

Von 0 Permalink 0

FYP: Finden sich in der digitalen Welt nicht Kandidat und Unternehmen auch ganz gut ohne Personalberater? Ich komme ja heute auch ganz bequem an eine Immobilie ohne Makler.
KS: Danke gleich zu Anfang für das gute Beispiel. Ein Makler, der eine Wohnung nicht kennt und sich nicht mit den Wünschen des Mieters oder Käufers beschäftigt, ist wirklich total überflüssig. Wenn er aber seinen Job wirklich gut macht, bringt er Objekt und Kunde schnell zusammen, und alle sind zufrieden. So läuft es auch bei der Personalberatung. – Nur eben mit noch mehr zu berücksichtigenden Faktoren.

FYP: Und welche Faktoren sind das?
KS: Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, Erwartungen und Herangehensweisen bei einer klassischen Personalbesetzung. Selbst der Kunde kann unterschiedliche Prämissen haben.
Er kann ein Personaler sein, der selber unter Druck steht und in kurzer Zeit einen Kandidaten für eine Vakanz benötigt. Da gibt es aber auch den Geschäftsführer, der den besten Kandidaten zum Beispiel als Nachfolger haben möchte. Da haben Sie schon auf der Kundenseite zwei extrem unterschiedliche Anforderungen.

FYP: Erklär mir das doch mal bitte!
KS: Gerne. Der Personaler hat eine Deadline, wenn zum Beispiel der aktuelle Stelleninhaber das Unternehmen verlässt, muss für Ersatz gesorgt sein. Meist hat er dazu auch nur ein begrenztes Budget. Und dann wird es schwierig: Er hat vielleicht auch noch die persönliche Zielvereinbarung: Kostensenkung! Das führt dazu, dass er sich für einen guten, aber eben nicht den besten Kandidaten entscheiden kann. Das muss ein guter Personalberater berücksichtigen und im Rahmen der Möglichkeiten den Entscheidungsträgern die bestmöglichen Kandidaten vorstellen.

FYP: Und wie denkt ein Geschäftsführer?
KS: Der Geschäftsführer ist zumeist der, der das große Ganze überblickt. Er kennt die Strategie, kennt das Unternehmen wie seine Westentasche und ist, im besten Fall, sogar der Eigentümer, der die Zukunft des Unternehmens im Auge hat. Ihn kann man effizienter beraten, da er den besten Kandidaten will. Wenn ich ihm als Beraterin aufzeigen kann, welchen Mehrwert der Kandidat dem Unternehmen bringt, dann kann der auch gerne mal das Doppelte kosten. Da kommen wir dann schon zu einem nächsten Aspekt: Ich muss nicht nur die Stellenbeschreibung, sondern auch das Unternehmen und seine Ausrichtung verstehen.

FYP: Was schaust Du Dir bei einem Unternehmen genau an?
KS: Da gebe ich Dir mal ein Beispiel: Wenn nach 50 Jahren Firmengeschichte einiges im Argen liegt, suche ich für einen solchen Kunden nach einem Sanierer. Möchte ein Unternehmen zukunftsfähiger werden? Dann mache ich mich auf die Suche nach einem Visionär. Handelt es sich um eine Konzern oder einen Familienbetrieb? Auch dieser Aspekt spielt eine wichtige Rolle, um eine passgenaue Lösung für die Nachfolge zu finden. Diese Liste an unterschiedlichen Anforderungen könnte ich noch fortführen.

FYP: Und der nächste Faktor ist dann sicherlich der Kandidat?
KS: Genau. Der erwartet von mir ja nicht, dass ich nur seinen Lebenslauf in Umlauf bringe und er dann zu möglichst vielen Bewerbungsgesprächen durchs Land reist. Er wünscht sich, dass ich ihn passgenau für Vakanzen vorstelle. Hier befindet sich auch unsere Branche in einem deutlichen Wandel: Der Fachkräftemangel wird immer größer, und als Folge dessen werden die Kandidaten immer wichtiger. Das ist auch etwas, das wir vor allen Dingen alteingesessenen Unternehmen beibringen müssen, die immer noch glauben, dass Kandidaten sich glücklich schätzen müssen, für sie arbeiten zu dürfen. Diese Traditionalisten können wir durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ein Stück zukunftsfähiger machen.

Comments are closed.