Gute Kommunikation: Nicht zu komplex bitte!

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Ende der 1990er Jahre flimmerte zur besten Werbesendezeit ein Infomercial-Format über die Röhrenbildschirme der Republik. Dieses endete immer mit den freundlich-verbindlichen Worten „Ford. Die tun was!“ Das, was da neben den anderen klassischen Werbespots zugegebenermaßen etwas ungelenk und hölzern daherkam, war eine neue Dimension.

Hier wurde in 55 Sekunden ein Problem (hakelige Schaltung), die technische Lösung (IB 5-Schaltgetriebe) und der Kundennutzen (sanfte Schaltung = besseres Fahrgefühl) audio-visuell transportiert. Für mich als Redaktionsleiterin damals die beste Schule, die ich je bekommen habe.

Komplexe Themen schnell verständlich zu machen, ist aus meiner Sicht heute noch notwendiger als in der Prä-Smartphone- und Online-Ära.

Wenn Du als Unternehmen oder Dienstleister mit Deinen relevanten Botschaften, Themen und Thesen nicht schnell auf den Punkt kommst, ist der Adressat sofort wieder weg, weil schon einen Klick weiter die nächste Botschaft, das nächste Thema und die nächste These wartet. Die Aufmerksamkeitsspanne ist extrem kurz und daher das Zeitfenster für die Aufnahmebereitschaft Deiner Zielgruppe äußerst gering.

Im Umfeld des klassischen B2C-Marketings ist das keine neue Botschaft. Die Profis in den Agenturen wissen das längst und setzen es teilweise grandios in Szene.

Deutlich weniger grandios sieht es bei vielen Unternehmen gerade im Mittelstand im Bereich der internen Kommunikation aus.

Hier dominieren auch heute noch die unsagbar lang(weilig)en PowerPoint-Präsentationen und ähnlich lange Texte im Intranet und in den Mitarbeitermagazinen. Natürlich will der Mitarbeiter wissen, was in seinem Unternehmen los ist. Nur auch hier schneller, weil sich zwar nicht sein Interesse, aber sein Nutzerverhalten verändert hat. Oft erlebe ich, dass es keineswegs das Unvermögen der Kommunikatoren im Unternehmen ist, sondern deren Ohnmacht, sich gegen die unterschiedlichen Fachinteressen durchzusetzen, die der festen Überzeugung sind, dass es komplex und möglichst kompliziert bleiben muss.

Die Direct-Impact Methode ist daher ein Bestandteil meiner Dialog-Workshops. Es geht um sofortige und spürbare Veränderung. Kommunikation und ihre Dimension erleben und aktiv einsetzen. 

Jeder Teilnehmer führt mit einem Kollegen aus einer anderen Abteilung ein Interview über dessen Tätigkeitsbereich. Nach dem Interview schreiben alle einen Artikel mit 500-650 Worten. Als krönenden Abschluss gilt es, eine spannende Head- und Subline dazu zu verfassen.

Die Ergebnisse wirken in mehrere Richtungen:

  1. Der Interviewer taucht tief in einen anderen Unternehmensbereich ein.
  2. Der Interviewte versteht, was andere an seiner Arbeit am meisten interessiert.
  3. Alle Teilnehmer kennen ihr gesamtes Unternehmen besser.
  4. Die Mechanik des Informationsaufnehmens und deren Verbreitung ändern sich nachhaltig.

Ähnliche Techniken wirken auch bei anderen Mandanten mit geringer Affinität zur leicht verständlicher Kommunikation, wie Ärzten und Ingenieuren, die in anspruchsvollen Studiengängen meist nie mit einfacher Sprache in Berührung gekommen sind.

Für all diejenigen habe ich den SEO-Workshop: Die Teilnehmern entwickeln in ein bis zwei Tagen aus ihrem textlastigen Internetauftritt eine knackige Landingpage. Überzeugt sind nach vier bis acht Woche alle durch die neuen SEO-Werte, Clickrates, Besucherzahlen, Verkäufe und den Anstieg der Kontakte über die neue Seite. Damit habe Kommunikatoren endlich mal was Messbares in der Hand und verlassen den Workshop mit einem klaren Auftrag an die restlichen Kommunikationsbausteine: „Einfacher bitte!“

 

Mehr zur „Klartext – Kommunikation“ hier!

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